Langfristig gesund Abnehmen durch Verhaltensänderung - Der Weg zum Wohlfühlgewicht
Obwohl deutschlandweit Fachgesellschaften wie die Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) oder die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) umfangreiche Prävention im Bereich Gewichtsmanagement betreiben, sind die neuesten Zahlen beunruhigend. Statistisch gesehen sind bereits 15 % der Kinder und Jugendlichen übergewichtig, 6,5 % davon sogar stark. Bei den Erwachsenen ist jeder zweite Bundesbürger betroffen, etwa jeder 5 ist adipös. Zudem nimmt die Zahl der Übergewichtigen in den letzten Jahren kontinuierlich zu und die Tendenz ist weiterhin steigend.
Gesund Abnehmen durch eine langfristige Verhaltensänderung ist dabei die einzige Möglichkeit sein Wohlfühlgewicht nach einer Diät auch dauerhaft halten zu können. Kurzfristige Erfolge durch fragwürdige Radikaldiäten führen meist nur in einen Jo-Jo-Effekt, der sich über die Jahre mit immer weiteren Gewichtszunahmen zeigt.
Neben den individuellen Problemen der Betroffenen, wie die Verminderung des Selbstwertes oder der Lebenszufriedenheit, werden weitere Krankheiten mit der Adipositas in Verbindung gebracht. So erkranken Übergewichtige leichter an Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus oder erhöhten Blutfettwerten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Gicht. Die Entstehung bestimmter Karzinome wird begünstigt, dazu kommen Schäden des Bewegungsapparates. Die Folgekosten die dadurch entstehen, sind enorm.
Als Berechungsgrundlage für die Bewertung des Körpergewichts dient der Body-Mass-Index (BMI). Er ergibt sich aus dem Körpergewicht in kg geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat (kg/m2). Laut Festlegung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gilt ein BMI über 25 kg/m2 als Übergewicht oder Präadipositas, ein BMI von 30 kg/m2 und höher als Adipositas. Die Entstehung lässt sich auf die veränderten Lebensbedingungen der letzten Jahrzehnte zurückführen. Neben einem drastischen Rückgang der körperlichen Aktivität haben sich unsere Essgewohnheiten deutlich gewandelt. Energiedichte Lebensmittel werden bevorzugt, ein Überangebot an Nahrungsmitteln verleitet dazu, zuzugreifen. Liegt dazu eine genetische Veranlagung vor, ist die Gewichtszunahme fast vorprogrammiert. Helfen kann hier eine bewusste Ernährungsumstellung durch eine Verhaltensänderung.
Im Prinzip ist eine Ernährungsmodifikation oder Diät immer dann sinnvoll, wenn man sich aufgrund seines erhöhten Körpergewichtes nicht mehr wohl fühlt. Bei einem BMI über 30 allerdings besteht grundsätzlich die dringende Empfehlung einer Gewichtsreduktion um das deutlich erhöhte Krankheitsrisiko zu reduzieren. Liegt das Körpergewicht bei einem BMI zwischen 25 und 29,9 und sind gleichzeitig weitere Risikofaktoren vorhanden, ist ebenfalls eine Indikation zur Gewichtssenkung gegeben. Bleiben die Risikofaktoren aus, ist eine Gewichtsstabilisierung zu empfehlen. Eine erfolgreiche und langfristige Gewichtsreduktion setzt Interesse und Motivation des Abnehmwilligen voraus, Ernährungsgewohnheiten umzustellen, denn auf die Dauer kann Gewicht nur eigenverantwortlich gesenkt und stabilisiert werden.
Grundlage einer jeden Gewichtsreduktion sind die drei Säulen der Adipositas-Therapie. Dazu gehört die Umstellung des Essverhaltens, die Steigerung der körperlichen Aktivität zur Erhöhung des Energieverbrauches und die Selbstkontrolle als verhaltenstherapeutische Maßnahme.