Trügerische Gewichtsreduzierung
Die Crash Diät kommt einher mit einem Abbau von Muskelmasse
Diät-Falle: Radikales Hungern führt zu einem Muskulaturabbau
| Abb.: Crash-Diäten führen meist nur zu noch mehr Frust |
Der menschliche Körper speichert Energie in Form von Glykogen. Glykogen, auch tierische Stärke genannt, ist ein aus Traubenzucker bestehendes Kohlenhydrat, das in der Leber sowie in der Muskulatur entsteht.
Bei hoher Anstrengung oder Hunger greift der Körper auf diese Reserven zurück, um den Energiehaushalt auszugleichen. Somit wird Muskelmasse abgebaut. Aber gerade die Muskulatur ist für die Kalorienverbrennung zuständig. Weniger Muskelgewebe bedeutet also geringere Energieverwertung und führt zum verringerten Grundumsatz.
Diät-Falle: Schnelle Gewichtsabnahme rührt zum größten Teil aus einem Wasserabbau
Glykogen und Eiweiß werden zusammen mit Wasser gelagert. Beide binden circa die 4-fache Menge an Wasser. Man baut also in den ersten Tagen lediglich Wasser und Muskeleiweiß ab, die bei einer normalen Nahrungszufuhr in wenigen Tagen wieder drauf sind.
Diät-Falle: Keine Körperfettreduzierung und damit keinen wirklichen Abnehmerfolg
Erst wenn die Glykogen-Vorräte verbraucht sind, wird auf das Körperfett zugegriffen. Dieser Zustand setzt aber erst nach mehreren Tagen ein. Zur gewünschten Abnahme von Körperfett kommt es erst gar nicht, da die Crash-Diät in der Regel aufhört, bevor der Körper seine Glykogen-Rücklage vollständig konsumiert hat. Nach der Diät lagert der Körper nicht nur das oben erwähnte Fett wieder ein sondern auch das verloren gegangene Wasser.
Die Crash Diät kann schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen
Eine einmalig durchgeführte Crash-Diät stellt auf Grund der Kürze kein besonders großes Gesundheitsrisiko dar. Wird sie allerdings mehrfach wiederholt, nimmt man ernst zu nehmende, sowohl körperliche als auch mentale Schädigungen in Kauf.
Physische Schäden
Vitamin- und Nährstoffmangel
Die extrem einseitige Ernährung führt unter anderem dazu, dass der Körper ebenfalls die über die Vitamin- und Mineralstoff-Speicher herfällt. Sind diese aufgebraucht und werden keine neuen Vitamine und Mineralien aufgenommen, können unangenehme Mangelerscheinungen auftreten wie zum Beispiel Konzentrationsschwäche, Müdigkeit sowie Herz-Kreislauf-Störungen.
Auch das Infektionsrisiko ist auf Grund des Vitamin- und Nährstoffmangels erhöht.
Essstörungen
Nicht zu unterschätzen ist dabei die Gefahr von Essstörungen wie Bulimie oder Binge-Eating-Disorder. In beiden Fällen kommt es zu regelrechten Essattacken. Hervorgerufen durch abermalige Entsagung sind diese Ausbrüche nur sehr schwer wieder unter Kontrolle zu bringen.
Besonders bei der Binge-Eating-Disorder ist, da hier im Gegensatz zur Bulimie die übermäßige Kalorienzufuhr nicht durch Erbrechen wieder ausgeschieden wird, pathologisches Übergewicht vorprogrammiert.
Psychische Schäden
Depressionen
Da sich aus den obengenannten Gründen kein nennenswerter Erfolg einstellt, leidet nicht nur der Körper sondern auch die Psyche.
Nicht selten kommt es in Folge der wiederholten, fehlgeschlagenen Abnehmversuche zu Unmut, Enttäuschung und Selbsthass. Daraus können sich im schlimmsten Fall krankhafte Niedergeschlagenheit und Melancholie (Depressionen) entwickeln, die wiederum die Gefahr einer Essstörung erhöhen.
Fazit
All die genannten Argumente gegen eine Crash-Diät dürften deutlich gemacht haben, das solche Wunder versprechenden Abmagerungskuren, die drastische Gewichtsverluste in unverhältnismäßig kurzer Zeit garantieren, unseriös sind und man darauf zum Wohle seines Körpers besser verzichten sollte.
Im Übrigen verrät das eigentlich schon der englische Name, der nicht nur für Blitz- beziehungsweise Intensiv-Diät steht, sondern ebenfalls so viel bedeutet wie Unfall bzw. Pleite. Besonders bei wiederholtem Diätverhalten stehen die Erfolgsaussichten in keiner Relation zu potentiellen, gesundheitlichen Risiken, die unweigerlich in eine Sackgasse führen.
Wenn Sie sich dauerhaft von überschüssigen Fettpolstern lösen wollen, sind eine Ernährungsumstellung, ausreichende Wasserzufuhr, hinreichende Bewegung und vor allem viel Geduld unumgänglich. Bei leichtem Übergewicht können bereits minimale Änderungen Ihrer Gewohnheiten ausreichen, um den Fettreserven langsam aber langfristig zu Leibe zu rücken.